Sinnvolle und umsetzbare Lösungsansätze aus der Corona Krise

Ein persönlicher Einblick in eine Krise hinter der Krise

Es ist in allen Medien: Gesundheitsminister Spahn spricht sich dafür aus, alle Veranstaltungen über 1000 Personen (ähnlich der Schweiz) abzusagen. In der jetzigen Situation – meiner Meinung nach – eine mehr als fragliche Entscheidung. Dies führt zu weiterer Verunsicherung in der Bevölkerung. Noch mehr Menschen werden in Panik ­verfallen.

Die Event- und Messebranche und alle im direkten oder indirekten Zusammenhang stehenden Dienstleister und Firmen stehen damit vor dem wirtschaftlichen Aus. 

Die Reaktion unserer Politik lässt jegliche Weitsicht vermissen, man agiert nach dem Motto: Hauptsache wir haben etwas Sichtbares getan und damit Verantwortung übernommen. Ob es dabei nennenswerten Nutzen gibt ist zweitrangig. Für den wirtschaftlichen Schaden hingegen fühlt man sich nicht zuständig.

Tausende von Menschen, die direkt oder indirekt mit der Event- und Messebranche zu tun haben, werden in den Ruin getrieben. So vernichtet Covit 19 indirekt massiv Existenzen! Alle Arbeitsplätze im Umfeld von Großveranstaltungen stehen plötzlich ohne Einkommen da: Eventfirmen, Messebauer, Medienfirmen, Möbelvermietfirmen, Messeelektriker- und Wasserinstallateure, Teppichleger, Reinigungsfirmen, Security Dienste, Cateringanbieter, Agenturen aller Art, Hunderte von Hotels und Gaststätten, Speditionen, die vielen Freiberufler, die im Event- und Messebereich tätig sind … und noch einige mehr.

Das von unseren Politikern ignorierte Grundproblem der Verbreitung: Die größte Ansteckungsgefahr geht vom privaten Umfeld aus – und dieses bekommt man mit Absagen von Großveranstaltungen keineswegs in den Griff. Am Abend und am Wochenende trifft man sich mit der Familie, Freunden und Bekannten und geht davon aus: Die sind gesund, hier ist keiner infiziert. Man nimmt sich also in den Arm, drückt sich …

Auch Urlaube, Clubs, Bars oder etwa Dating Plattformen laufen unreguliert weiter und das alles hat die ­Politik zwangsläufig nicht im Griff!

Nach wie vor ist das Corona-Problem bei der „normalen“ Bevölkerung nicht angekommen.
Wir müssen schnell zu einer sachlichen und besonnenen Ebene zurückkehren! Und so auch mit dem Virus umgehen. Plakative Aussagen wie „alles über 1.000 Besucher absagen“ erscheinen wie Aktionismus und werden sicher weiteren finanziellen Schaden anrichten.

Aus meinem persönlichen Umfeld kann ich von einem Krankenhausbesuch berichten. Zu meiner Überraschung war weder am Eingang ein Schild, noch sonst irgendwo ein Hinweis zum Thema Corona zu finden. Aber genau an solchen Orten muss doch die Aufklärung erfolgen:„Schützt unsere Patienten und Eure Angehörigen vor dem Corona Virus – nutzt die Desinfektionsmittel und Masken. Leider sind unsere Patienten genau die Hochrisikogruppe dieser Erkrankung.“

Was kann und sollte die Politik machen?

Aus meiner Sicht eine ganze Menge:

  • Aufklärung zum Thema Corona Virus und seiner Verbreitung an jeder nur möglichen Stelle: Schulen, Universitäten, städtische Gebäude, Krankenhäuser, Konzerthäuser, Messen … eben genau da, wo sich viele Menschen begegnen. In sofern liegt in Großveranstaltungen sogar eine Chance viele Menschen zu erreichen. Vor jedem Fußballspiel sollte auf den großen LED Stadionwänden der richtige Umgang mit dem Corona Virus und seiner Verbreitung geschult werden. AIDS konnte auch nicht mit dem Verbot von Sex bekämpft werden, sondern nur mit der Information über die Übertragungswege und der Schutzmöglichkeiten!   
  • Der Staat und die Kommunen sollten allen, die eine Veranstaltung durchführen, gleich welcher Art, Unterstützung anbieten – etwa in Form von: Aufklärung, Masken und Desinfektionsmitteln (die sie zur Verfügung stellen).
  • Firmen könnten auf dieser Basis groß angelegte Marketing / Medienmaßnahmen durchführen nach dem Motto: „Wir alle müssen mit dem Corona Virus leben und arbeiten – aber wir helfen dabei, Euch selbst zu schützen!“
  • Unsere Krankenkassen können und sollten auf diesen Zug mit aufspringen: „Richtige Vorsorge - schütz Dich richtig vor dem ­Corona Virus, wir helfen Dir dabei.“
  • Täglich kommen Zehntausende von Menschen in Geschäften und Einkaufszentren aller Art zusammen. Der direkte Kontakt mit nicht sterilen Einkaufswagen, Produkten und möglicherweise kranken Mitmenschen stellt natürlich ein hohes und unkontrollierbares Risiko dar – aber darum können wir ja die Versorgung nicht einstellen und alle Läden einfach dichtmachen! Auch dort sollte also lieber aktiv Aufklärung betrieben werden.  

Wir müssen alle besonnen bleiben und genau überlegen, was wirklich zielführend ist. Die Absage von Veranstaltungen aller Art kann nicht der Weg sein, den wir gemeinsam gehen sollten. Es ist nicht nachweisbar, ob solche Aktionen die Ausbreitung des Virus eindämmen. Vor allem dann nicht, wenn eine bessere Aufklärung im Umgang mit der Erkrankung betrieben wird.

Der wirtschaftliche Schaden und die Folgen für Deutschland, die EU und die ganze Welt dürfen hier nicht völlig außer Acht gelassen werden.Behörden, das Gesundheitsministerium und die Medien müssen vorsichtig und sachlich mit Maßnahmen gegen die Ausbreitung umgehen, ohne gleichzeitig die Situation herunterzuspielen. Und alles im Verhältnis betrachten: ­Sterben werden wir alle ganz sicher - nur nicht heute und nicht am Corona Virus.

Mit freundlichem Gruß
Dirk Schmidt-Enzmann
Geschäftsführer


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>>    Besonnen bleiben   |   Statement vom 06.03. in unseren News


 

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