Corona Krise und kein Ende in Sicht

Wirtschaft, Menschen und Vernunft in Zeiten von Corona

Meine vor ein paar Wochen geschriebenen Newsartikel zum Thema Corona Krise „Besonnen bleiben“ und „Lösungsansätze in der Corona Krise“ sind längst schon wieder überholt.

Die Bundesregierung hat auf viele bekannte Tatsachen viel zu spät reagiert! Jede gefällte Entscheidung hatte Folgen … die meist absehbar waren. Wenn sogenannte “Geisterspiele“ durchgeführt werden – treffen sich die Fußballfans eben in Kneipen. Wenn Veranstaltungen über 1000 Zuschauer abgesagt werden - treffen sich die Menschen in Bars und Diskotheken. Dies war alles absehbar. Offenbar nur nicht für unsere Politiker. Nach wochenlangem Hin und Her und dem Geringe um Zuständigkeiten zwischen Land und Bundesländern haben wir inzwischen eine weitestgehend lahmgelegte Wirtschaft in nahezu allen Bereichen. Dazu hüten hunderttausende Großeltern die Enkelkinder, weil die Eltern arbeiten gehen müssen. Sollte zwar unbedingt vermieden werden, ist aber leider gelebte Realität und oft alternativlos. 

Erst vor ein paar Tagen hat man dann erkannt, dass die seit Monaten bekannten Risikogruppen der älteren und vorerkrankten Menschen geschützt werden müssen. Spät wurde mit der Sicherung von Krankenhäusern, Altenheimen, Reha-Kliniken usw. begonnen. Aus meiner Sicht zu spät – und durch vermehrten Kontakt der Enkelkinder mit den Großeltern wird dies vermutlich zu höhren Ansteckungszahlen insbesondere bei diesen älteren Menschen führen.  

Die gut gemeinten Ansätze der Politik für die Wirtschaft wie die Milliarden-Kredite und „rückwirkende“ Kurzarbeit sind leider nur bedingt hilfreich. Soll die Zukunft unserer Wirtschaft wirklich auf hohen Krediten errichtet werden? Irgendwann wird jeder Kredit fällig. Zum Schluss wird wie üblich den großen Firmen oder Institutionen mit entsprechender Lobbyarbeit geholfen aber kleine Firmen stehen vor einer desaströsen Zukunft.

Wohin soll uns die jetzige Situation führen? Die Mehrheit der Politiker äußert mit ruhiger Stimme: „Wir warten jetzt ein paar Wochen ab“ … andere sagen, dass sich das Thema Corona noch ein bis zwei Jahre hinziehen kann! Zielführendes Krisenmanagement sieht anders aus. 

Man muss aber auch die Kontraste sehen. Auf der einen Seite verbreiten hunderttausende von Menschen Panik und kaufen Geschäfte leer – andere Teile der Bevölkerung aber bleiben etwas zu ruhig und leben als sei nichts geschehen. Leider ist da insbesondere auch die Risikogruppe der vorbelasteten und älteren Menschen oftmals uneinsichtig. Man geht täglich einkaufen, trifft sich untereinander im Café und hütet die Enkelkinder. Hier haben unsere Politiker natürlich Recht: Wir müssen einen starken Anstieg der ernsten Erkrankungen verhindern – denn es gibt nur begrenzt Plätze für solche Fälle in den Kliniken. Die Entwicklung der letzten Tage ist meines Erachtens diesbezüglich wenig zielführend.

Was kann der Einzelne von uns tun – aus meiner Sicht sehr viel

Sprecht mit den Leuten – reagiert auf die Situation besonnen. Versucht die vielen Menschen und leider auch Firmen, die zum Teil schon panischen Aktionismus zeigen und andere damit anstecken, mit Gesprächen wieder auf ein normales Level abzusenken. Und ganz wichtig: Versucht die bekannten Risikogruppen – die wir meist auch in der eigenen Familie haben – zu schützen. Hier kann man mit Gesprächen von sinnvollem Handeln überzeugen oder auch mit konsequentem eigenem Verhalten: Ich nehme dich zur Zeit nicht in den Arm. Vollendete Tatsachen zu deinem eigenem Schutz.

Wir alle müssen uns im Klaren sein, dass ein Großteil von uns allen erst Kontakt mit dem Corona-Vitus haben wird und muss – so war es mit jeder Grippevariante der letzten Jahrhunderte, bevor diese wieder abflaut. Aber dann wäre es gut, wenn der Virus nur Gesunde und Jüngere erreicht und nicht die Risikogruppe. Nicht jeder, der Kontakt mit dem Corona Virus hat, erkrankt auch automatisch daran. Medikamente oder Impfungen werden leider noch einige Zeit auf sich warten lassen.  

In der Hoffnung, dass alle von uns die Corona Krise nicht nur gesundheitlich sondern auch wirtschaftlich halbwegs überleben.

Mit freundlichem Gruß
Dirk Schmidt-Enzmann
Geschäftsführer


Links zum Thema


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